Martin Walker im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine

Lesung mit Martin Walker am 9. Oktober 2018 im Literaturhaus-Villa Clementine:

Von Annette Frenz und Adolf Mozdrzen.

Wir hatten das Glück zwei der wenigen Karten für die Lesung von Martin Walker zu ergattern.

Und was ein Glück und ein Spaß obendrein das war!

Martin Walker betrat zwei Schritte vor uns das Literaturhaus Wiesbaden in der Villa Clementine – ganz entspannt mit Jeans, Jacket und einer kleinen Stofftasche über der Schulter- stieg vor uns die Treppe hinauf und mischte sich unter die Menge.

Wir nahmen unsere Plätze direkt am Podium ein und waren gespannt. Zuerst erschien ein ebenso entspannter und gut gelaunter Gert Zimanowski auf dem Podium. Das Publikum hatte sich bereits mit Getränken versorgt, die Plätze eingenommen und wartete auf „ihn“.

Lässig betrat er das Podium, checkte das Mikrofon, Gert Zimanowski stellte zum Glas Wasser auch das obligatorische Glas Rotwein an Walkers Platz. Das Pressefoto war schnell erledigt. Darauf folgte die Einführung durch die Veranstalterinnen Gudrun Olbert von der Büchergilde Wiesbaden und Jutta Leimbert von der Buchhandlung Vaternahm. Ein erster Applaus wurde mit einem Dankeschön für den warmherzigen Empfang von Martin Walker auf Deutsch beantwortet. Die Stimmung war gelöst und „wie zuhause im Wohnzimmer“, wo sich Freunde zu einem geselligen Abend zusammen finden.

Martin Walker plauderte in recht gutem Deutsch über seine neuesten deutschen Wortentdeckungen „Entschlossenheit“, „fuchsteufelswild“ (was ihm besonders gut gefällt), „Lampenfieber“, dass er vor Auftritten habe, das aber nach einem Schluck Rotwein verschwinde und er zur „Rampensau“ würde.

Angekündigt war, dass abwechselnd Gert Zimanowski Passagen aus „Revanche“ auf Deutsch vorlesen werde und Martin Walker diese auf Englisch noch einmal. Klang etwas steif, wurde aber ganz anders. Martin Walker erzählte dem Publikum die Enstehungsgeschichte von Bruno (ein „Unfall“), die die meisten schon kannten, aber sehr lebendig von ihm dargeboten wurde. Auch die Geschichte von Hahn Sarko und Henne Angela, sowie die unumstössliche Wahrheit über Frau Walker („Julia hat immer recht“) war mit von der Partie.

Was jetzt folgte war ein perfektes Zusammenspiel der beiden Vorlesenden, die sich verbal die Bälle zuwarfen; dazu Exkurse von Martin Walker in die prähistorische Geschichte des Périgords, Interessantes zur Rolle der Templer als erste „Banker“ der Zeitgeschichte, und vieles mehr.

Als Martin Walker die Passage las in der Brunos zeitweise Kollegin Amélie während einer Autofahrt ihre Gesangeskünste darbot und Ella Fitzgeralds „Cheek to cheek“ anstimmte, da sprang der Funke auf die beiden Vorleser über: Martin Walkter intonierte den Song und Gert Zimanowski untermalte mit virtuosem Vokal-Rhythmus. Das Publikum war begeistert, den beiden Künstler war der Spaß an der Sache anzusehen.

Nach einer englischen Passage fragte Gert Zimanowski – schon mehr rhetorisch- nach, ob das Publikum noch eine deutsche Übersetzung wolle, was das Publikum dankend verneinte. Im Weiteren erfuhr das Publikum noch einige spannende Details zum neuen Roman – mal auf Englisch mal auf Deutsch.

Zum Abschluß kündigte Martin Walker an, dass er nun das Chanson „Les vieux amants“ von Jacques Brel singen würde. Und auch das gelang ihm überzeugend. Der Applaus des Publikums bestätigte dies beeindruckend.

Zeit zum Signieren! Aber nicht ohne dass Martin Walker dem Publikum sein Kochbuch vorstellte und dabei zwischen den Sitzreihen umherging um seine Lieblingsfotos zu präsentieren. Seinen Bassett zeigte er natürlich auch und entschuldigte sich sehr freundlich bei einer Dame, an der er das Foto zu schnell vorbei geführt hatte. Auch das ein sehr sympathischer Zug von Aufmerksamkeit für sein Publikum!

Und was die meisten wohl noch nicht wussten, teilte er zum Abschluß mit: Sarko und Angela haben Nachwuchs!! Der stolze Junghahn hört auf den Namen Macron! Und er grinste verschmitzt über beide Ohren als der dem Publikum diese Neuigkeit aus dem Périgord verriet.

Nicht zu vergessen, dass er während er die individuellen Signaturwünsche erfüllte mit jedem ein paar nette Worte wechselte, zuhörte und alle Fragen ohne Hektik beantwortete. Hier war sein ehrliches Interesse zu spüren.

Man darf noch einmal Danke sagen an alle Mitwirkenden an diesem Abend: dem Schriftsteller, Erzähler, Sänger und Historiker Martin Walker, dem genialen Gert Zimanowski und den Veranstalterinnen Gudrun Olbert und Jutta Leimbert, die an diesem Abend wieder einmal bewiesen haben, warum sie für den deutschen Buchhandelspreis 2018 nominiert und ausgezeichnet wurden.

Danke und bitte immer wieder mehr davon!

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